Public Relations Perception Management

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25.11.2017
Bernhard Schmid

Trau, schau wem!

Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Dieses Bonmot kam mir kürzlich in den Sinn, als ich in den Medien las, dass gemäss einer Studie von Deloitte der Bezahldienst Twint bei Mobile Payments in der Schweiz die Nase vorne habe gegenüber Apple-Pay. Beim Durchlesen der Studie offenbart sich, dass tatsächlich 40 Prozent der Schweizer Mobile-Payment-Nutzer mit Twint bezahlen, während es bei Apple-Pay nur 33 Prozent sind. Bei einem Anteil von 17 Prozent der Bevölkerung, die überhaupt mit dem Smartphone bezahlen, reden wir also von einem Unterschied in der Höhe von rund einem Prozent, gemessen an der gesamten Bevölkerung. So weit so gut.

Was aber weder in der Studie noch in den dazugehörigen Medienartikeln zur Sprache kommt, ist der Fakt, dass Twint von praktisch allen Zahlungsanbietern in der Schweiz unterstützt wird, Apple-Pay jedoch nur über mühsame Umwege oder Nischenangebote nutzbar ist. Es erstaunt, dass dies in der Studie nicht erwähnt wird, und lässt darauf schliessen, dass Apple die Studie nicht in Auftrag gegeben hat – um es mal so zu sagen. Noch mehr verwundert hat mich, dass keiner der Journalisten den Elefanten im Raum thematisiert hat. Eigentlich wäre doch die richtige Aussage: Trotz massiv schlechteren Bedingungen beim Marktzugang, ist der Bezahldienst Apple Pay bezüglich Verbreitung in der Schweiz fast gleichauf mit Twint. Den Journalisten sollte doch schon seit längerem klar sein: Traue keiner Medienmitteilung, die du nicht selber gefälscht hast!



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