Public Relations Perception Management

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13.04.2015
Manuel Rotzinger

Social Media bei Unternehmen: Vernunft vs. Richtlinien

Ein am Freitag in der Aargauer Zeitung publizierter Artikel setzt sich mit der Thematik Social Media bei Unternehmen auseinander (Social Media für Firmen: Ein falscher Klick ruiniert das Image). Einmal abgesehen davon, ob ein falscher Klick allein tatsächlich das Image einer Firma ruinieren und somit nachhaltig schädigen kann, stellt sich die Frage, wie Unternehmen konkret mit Social Media umgehen sollten. Der Experte rät, Unternehmen sollten in jedem Fall Social Media Richtlinien schaffen - unabhängig davon, ob die Firmen selber auf Plattformen präsent seien, weil sich Mitarbeitende so oder so auf den sozialen Netzwerken bewegen würden. 

Nun lässt sich bezweifeln, ob dieser Ratschlag der Weisheit letzter Schluss ist. Einerseits wird keine Unterscheidung bezüglich Grösse oder Tätigkeitsfeld der Unternehmungen gemacht: Inwiefern es für ein KMU mit einer Handvoll Angestellten, das in der Baubranche tätig ist, Sinn macht, solche Richtlinien für die Arbeiter zu erstellen, ist zumindest fraglich. Zudem stellt sich die Frage, ob sich Aufwand und Ertrag einer solchen Massnahme die Waage halten. 

Zweitens leben auf Social Media erfolgreiche Unternehmen auch von der persönlichen Note, welche Angestellte oder andere User dem entsprechenden Unternehmen verleihen. Firmenaccounts, welche jeweils nur trockene Werbebotschaften oder Medienmitteilungen publizieren, funktionieren im Normalfall schlecht. 

Natürlich sind Social Media allgegenwärtig, und es macht bei grossen, exponierten Firmen bestimmt Sinn, Richtlinien in diesem Bereich zu erstellen. Ob diese allerdings auch für Angestellte verbindlich sein sollen, die nicht direkt für das Unternehmen auf Social Media aktiv sind, lässt sich infrage stellen. Vor allem junge, internetaffine Angestellte würden sich durch eine solche Gehhilfe wohl eher behindert als geschützt fühlen. Hier appelliere ich an den guten alten gesunden Menschenverstand, der von Angestellten auch in anderen Tätigkeitsfeldern vorausgesetzt wird. Zudem wären Mitarbeiterschulungen ein gutes Instrument, um offene Fragen zu klären, Unsicherheiten der Angestellten zu beheben und Cases zu diskutieren. 



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