Public Relations Perception Management

DE  |  EN
{alt_title}

08.10.2015
Manuel Rotzinger

​Schweizer Medien: Online im Aufwind

Diese Woche wurden die aktuellen WEMF-Zahlen veröffentlicht. Auf den ersten Blick sieht man, dass die meisten Printmedien weiterhin Leser verlieren, wenn auch weniger als auch schon. Bei vielen scheint die Talsohle erreicht, und der Leserbestand geht nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurück – oder erholt sich sogar leicht, wie etwa bei der NZZ.

Die Zahlen zeigen zudem, dass für eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer die Zeitung auf Papier nach wie vor die wichtigste Informationsquelle darstellt. Dennoch machen die digitalen Angebote kontinuierlich Boden auf die gedruckten Erzeugnisse gut. Beim „Blick“ zeichnet sich eine Wachablösung ab, hat die gedruckte Ausgabe doch nur noch einen Vorsprung von 7'000 Lesern gegenüber den täglichen Besuchern der Webseite (663'000 print gegenüber 656'000 online). Bei den anderen grossen Tageszeitungen ist diese Differenz hingegen noch wesentlich grösser.

Qualität: watson distanziert blick.ch und 20min.ch

Im Jahrbuch zur Qualität der Medien hat das Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) erstmals auch das Newsportal Watson in seiner Analyse der Onlinemedien berücksichtigt. Watson ist es demzufolge gelungen, sich in Sachen Qualität der Berichterstattung vor den Onlineportalen von Blick und 20 Minuten einzuordnen. Allerdings ist es hinter tagesanzeiger.ch und nzz.ch platziert. Nachdem Watson im letzten Jahr, als es für mangelnde Kennzeichnung von Native Advertising gescholten wurde, die Studie mit einem infamen Quiz gewürdigt hatte, war in diesem Jahr frohlocken angesagt („Jetzt wissenschaftlich bewiesen: watson doch nicht so scheisse wie angenommen“). Zudem erreiche watson täglich rund respektable 59'000 Leser, „Reichweiten wie die seit längerem etablierten Titel bernerzeitung.ch und baslerzeitung.ch“.

Was heisst das für die Werbung?

Print hat in der Schweiz nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. Allerdings ist festzustellen, dass sich amerikanische Techkonzerne wie Google und Facebook einen immer grösseren Teil des Werbekuchens sichern, ein Umstand, dem die Allianz zwischen Ringier, SRG und Swisscom entgegenwirken möchte. In der Schweiz, wo inzwischen über 80% der Bevölkerung ein Smartphone besitzt, tut man gut daran, die Entwicklungen und Verschiebungen zwischen print, online und digitalen Ausgaben von Zeitschriften im Auge zu behalten. 



Kommentare